Das Projekt Nachhaltig leben im Revier

Stand:
Das Rheinische Revier im Strukturwandel: Braunkohle geht, Erneuerbare kommen, Jobs entstehen, Tagebaue werden Naherholung. Ziel ist ein klima- und umweltverträglicher Pfad im Sinne der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie – mit Beiträgen der Bürger:innen.
Gemeinschaftsgarten
Off

Das Projekt Nachhaltig leben im Revier gibt Verbraucher:innen praktische Hilfestellungen, um den eigenen All¬tag nachhaltiger zu gestalten, unterstützt das Engagement für Nachhaltigkeit und setzt praktische Bildungsangebote sowie ein Bürgerforschungsvorhaben um. In vier Handlungsfeldern werden - unter anderem - folgende Maßnahmen umgesetzt:

  • Bildung: Das Projekt unterstützt Kinder und Jugendliche im Rheinischen Revier dabei, bewusste und verantwortungsvolle Konsumentscheidungen zu treffen. In praxisnahen Workshops und Projekten werden Themen rund um nachhaltigen Konsum vermittelt und Räume geschaffen, in denen junge Menschen selbst aktiv werden können. Adressiert werden Schülerinnen und Schüler aus Real-, Haupt-, Gesamt- und Berufsschulen, die bisher wenig oder gar keine BNE-Angebote umsetzen konnten.
     
  • Bürgerwissenschaften: Gemeinsam mit dem Institut für Verbraucherwissenschaften (IfV) initiiert das Projekt ein Citizen Science-Vorhaben, in dem Bürger:innen die Biodiversität im Ernährungssystem („Vom Acker bis zum Teller“) untersuchen und gemeinsam mit der Wissenschaft herausarbei¬ten, wie diese für Verbraucher:innen verständ¬licher, erlebbarer und alltagsrelevanter gemacht werden kann. 
     
  • Engagement-Förderung: Im Rheinischen Revier gibt es über 100 Initiati¬ven, in denen sich Menschen z. B. für Ressour¬censchonung und Lebensmittelwertschätzung engagieren. Aufbauend auf Arbeitsgruppen, die im Vorgängerprojekt MehrWertRevier in vier Kreisen/Städten initiiert wurden, baut Nachhal¬tig leben im Revier ein „Netzwerk nachhaltiges Engagement im Rheinischen Revier“ auf. Gemeinsam mit Migrant:innenselbstorganisationen (MSO) setzt das Projekt offene Formate um, in deren Rahmen die Teilnehmenden eigene Ideen zur nachhaltigen Gestaltung ihres Lebens¬umfelds entwickeln und umsetzen können.
     
  • Information und Motivation: Auf der Landesgartenschau 2026 in Neuss ist das Projekt mit den Themen gemeinschaftlich gärtnern, Obst und Gemüse selbst anbauen sowie Engagement im Garten- und Ernährungsbereich präsent.

Diese und weitere Maßnahmen wurden im gesamten Gebiet des Rheinischen Reviers umgesetzt

 

Rheinisches Revier

Förderung

Das Projekt Nachhaltig leben im Revier wird gefördert im Rahmen des Programms „Kommunale Modellvorhaben zur Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in Strukturwandelregionen“ (KoMoNa). Hauptfördermittelgeber ist das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV), ergänzende Mittel stellt die Landesregierung Nordrhein-Westfalen bereit. Mit dem KoMoNa-Programm unterstützt die Bundesrepublik Deutschland Kommunen und weitere Akteure in Strukturwandelregionen bei der Verwirklichung ökologischer Nachhaltigkeitsziele und dem Einstieg in einen langfristig umweltverträglichen Entwicklungspfad im Sinne der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (DNS).

Ziel des Projekts ist es, das bürgerschaftliche Engagement für Nachhaltigkeit zu erleichtern und neue Möglichkeiten für individuelle und gesellschaftliche Beiträge zur ökologischen Nachhaltigkeit in den Kommunen und zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) zu schaffen (SDGs 3, 4, 11, 12, 13, 15).

  • Titel des Vorhabens: Nachhaltig leben im Revier
  • Förderkennzeichen: 67KMN132
  • Projektlaufzeit: 1. Februar 2026 bis 31. Dezember 2028

Das Rheinische Revier ist das größte Braunkohleabbaugebiet Europas und befindet sich in der sogenannten Kölner Bucht. Es umfasst die Kreise Düren, Euskirchen und Heinsberg, die Städteregion Aachen sowie die Stadt Mönchengladbach, den Rhein-Erft-Kreis und den Rhein-Kreis Neuss.

Der Abbau von Braunkohle begann in der Region Ende des 17. Jahrhunderts, als man entdeckte, dass diese Kohle gut brennbar war. In den 1890er Jahren entstanden die ersten Elektrizitätswerke, die die Braunkohle zur Stromerzeugung verwendeten. In allen drei Tagebauen des Rheinischen Reviers, werden insgesamt bis zu 65 Millionen Tonnen Braunkohle jährlich gefördert. Dörfer und Siedlungen mussten den Tagebauen weichen und die Menschen umsiedeln. Mit dem beschlossenen Braunkohleausstieg beginnt ein tiefgreifender Strukturwandel-Prozess. Die drei noch aktiven Großtagebauen Inden, Hambach und Garzweiler werden bis 2030/2033 aufgegeben und bislang von Umsiedlungen bedrohte Dörfer bleiben erhalten. Das Rheinische Revier soll zu einer nachhaltigen Modellregion in Europa entwickelt werden. 

Weitere Infos zum Rheinischen Revier:
https://www.umwelt.nrw.de/themen/umwelt/transformative-strukturpolitik/rheinisches-revier 
 


MehrWertRevier ist ein Projekt der Verbraucherzentrale NRW im Rahmen des Programms
"Kommunale Modellvorhaben zur Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in Strukturwandelregionen" (KoMoNa)

Förderlogos mit den Texten "Gefördert durch: Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit" sowie "Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen"